Windows kann dank Umstellung auf das “Windows Imaging Format” (WIM) nun auch mittels anderen Medien installiert werden. Damit zum Beispiel nicht immer ein DVD Rohling verwendet werden muss, gibt es nachfolgend ein paar Informationen wie die Installation mit einem USB-Stick sehr einfach durchgeführt werden kann. Diese Methode kann natürlich auch auf Windows Server 2008, Vista und Windows 7 adoptiert werden…
Anforderungen
Windows Server 2008 R2 erfordert ein System mit einem 64-Bit Prozessor. Zusätzlich wurden durch Microsoft folgende System Requirements bekannt gegeben:
| Komponente | Minimum | Empfohlen |
|---|---|---|
| Prozessor | 1.4 GHz, 64-Bit | 2.0 GHz, 64-Bit |
| Memory | 512 MB | 2’048 MB |
| Disk Space | 10 GB (Core) | 40 GB |
| Display Auflösung | 800 x 600 | 800 x 600 |
Eine sehr schnelle Installations-Variante ist jene mit einem USB-Stick. Dazu sollte ein Device mit einer möglichst hohen Lese-Rate verwendet werden, so ab 20 MB/s bis 35 MB/s macht’s dann richtig Spass. Bis mit der Installation begonnen werden kann, ist allerdings noch ein wenig Vorarbeit erforderlich…
USB-Stick vorbereiten
Im ersten Schritt muss ein USB-Stick mit diskpart.exe vorbereitet werden. Wichtig, dabei geht der komplette Inhalt verloren! In diskpart.exe wählt man die entsprechende Disk und die Partition aus, formatiert diese mit FAT32 und setzt den Status danach auf “active”. Dies kann wie folgt durchgeführt werden…
Sobald der USB-Stick mit dem System verbunden wurde kann ein Command Prompt geöffnet und diskpart gestartet werden. Administrative Rechte sind für diesen Vorgang erforderlich.
C:\> diskpart
DISKPART> list disk
DISKPART> select disk 2
DISKPART> clean
DISKPART> create partition primary
DISKPART> select partition 1
DISKPART> active
DISKPART> format fs=FAT32 label="WS08R2" quick
DISKPART> assign letter=Y
DISKPART> exit
In dem gezeigten Beispiel repräsentiert Disk 2 den USB-Stick.
Install-Binaries kopieren
Im nächsten Schritt wird der Inhalt des Windows Installations-Medium extrahiert, da ein ISO-Image nicht direkt für die Installation mit einem USB-Stick verwendet werden kann. Die Source für Windows Server 2008 R2 als Evaluation Version kann direkt bei Microsoft heruntergeladen werden, zum Download…
Bei virtuelle Infrastrukturen, oder Technologien wie HP iLO, etc. können ISO-Images sehr einfach gemounted werden. Aber auch Tools wie WinZIP, WinRAR, ISOBuster oder 7-Zip können den Inhalt einsehen und entpacken. Der extrahierte Inhalt muss anschliessend nur noch auf den USB-Stick kopiert werden. Zum Beispiel mit dem Windows Explorer, oder folgendem Command Prompt:
C:\WS08R2\> xcopy *.* /s/e/f Y:\
In dem gezeigten Beispiel repräsentiert C:\WS08R2 den Ordner mit den extrahierten Daten vom ISO-Image und Y: das USB-Drive.
USB-Stick bootbar machen
Damit von dem USB-Stick gestartet werden kann, muss dieser bootbar gemacht werden. Für diesen Vorgang wird das Tool “bootsec.exe” aus dem Windows Installationsmedium benötigt. Mit Bootsect.exe wird der Master Boot Code von Festplattenpartitionen für den Wechsel zwischen BOOTMGR und NTLDR aktualisiert. Mithilfe dieses Tools kann der Bootsektor auf einem Computer wiederhergestellt werden. Damit werden die Tools FixFAT und FixNTFS ersetzt.
Um nun diesen Master Boot Code zu schreiben muss mit einem Command Prompt (als Administrator ausführen) in das Verzeichnis \boot gewechselt werden.
Y:\boot> bootsect /nt60 Y: /mbr
In dem gezeigten Beispiel repräsentiert Y: das USB-Drive welches bootbar gemacht werden soll. Die Version des Installationsmediums, respektive die Version von bootsec.exe, muss der Architektur (x86 / x64) des Host Operating System entsprechen. Ansonsten wird die Fehlermeldung “Invalid or damaged bootable partition” ausgegeben.
Die Installation
Ist das Medium vorbereitet kann mit der Installation begonnen werden. Damit der Server vom neuen Device bootet, muss im BIOS die USB-Unterstützung für die Bootphase aktiviert und den USB-Stick als Boot-Device ausgewählt werden. Die Installation geht dann um ein Vielfaches schneller, da ein solches Medium eine viel höhere Datentransferrate als ein DVD-ROM hat. Nun muss nur noch das System und somit der Installationsvorgang gestartet werden.
Shortlink: http://wp.me/pmjz3-bL


Comments (24)
scolab says:
August 10, 2010 at 5:56 pmDanke, habe ich gerade gebraucht…
rafik says:
Oktober 8, 2010 at 12:13 ammerci
Florian Westphal says:
November 20, 2010 at 8:33 pmHi leute,
wenn ich versuche, mit xcopy den Inhalt des gemounteten ISOs zu kopieren, bricht das Programm nach ein paar Dateien ab und zeigt die Fehlermeldung: ” Das Zielvolume unterstützt keine symbolischen Links” an.
Was habe ich falsch gemacht?
Lg
Michel says:
November 21, 2010 at 1:30 pmVersuch mal den Inhalt mit dem Explorer zu kopieren. Das sollte auch gehen.
Florian Westphal says:
November 21, 2010 at 10:19 pmmit dem Explorer passiert das gleich in grün: nach wenigen dateien (ca 5mb) bricht das Kopieren ab und ich erhalte die Fehlermeldung: “ungültige MS-DOS anweisung” und der explorer stürtzt hab.
ich verstehe es wirklich nicht.
Sebastian Laubert says:
Juli 4, 2011 at 8:57 amDas Problem mit den nicht unterstützten symbolischen Links hängt mit dem Mounten des ISO zusammen. Wenn man beispielsweise das ISO von Microsoft per MagicISO einbindet und von dort per xcopy zu kopieren versucht, werden Files als Symlinks dargestellt, die beim regulären Entpacken des ISO keine wären.
Also: Das ISO nicht mounten, sondern per WinZIP oder dergleichen in ein Verzeichnis entpacken und von dort aus dann auf das Boot Device kopieren. Dann gibt es keine Symlinks und demzufolge auch keine Fehlermeldung mehr.
Michel says:
Juli 4, 2011 at 9:00 amDanke für die Rückmeldung!
Sam says:
November 24, 2011 at 8:33 pmÜbrigens mit Hilfe der Datenträgerverwaltung kann man sich unter windows 7 das gerödel mit diskpart komplett sparen!
Michel Lüscher says:
November 24, 2011 at 8:35 pmHi Sam, stimmt natürlich
Ich mache jeweils copy / paste der commands. Daher ist dies auch ganz flott – aber hast natürlich Recht mit dem Storage Manager.
Scyte says:
Januar 1, 2012 at 11:01 pmDa ist en fehler bei install Binaries muss das nich copy sondern xcopy heißen
mfg
Scyte
Michel Lüscher says:
Januar 2, 2012 at 8:38 pmDanke, ist korrigiert! Gruss, Michel
Cosmo says:
März 15, 2012 at 5:34 pmHi @ll, gibt es eine Möglichkeit die Bootabfrage der DVD auch beim USB-Stick mit einzubauen?? Hab das Problem, dass bei der nach dem ersten Reboot das Setup natürlich wieder startet….
Gruß Cosmo
Michel Lüscher says:
März 15, 2012 at 7:19 pmHi ich mache es jeweils so, dass ich temporär von USB starte und die Boot Order somit nicht permanent auf USB setze. Beim Reboot wird dann regulär von der Disk gestartet. Gruss, Michel
Pingback: Soft Skills: Windows Server 2008 R2 und SQL Server 2008 R2 « spitballing