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Wieso es Hyper-V nicht für 32-Bit Hardware gibt

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Microsoft Hyper-V ist ein fester Bestandteil des Windows Server 2008, doch wieso gibt es den Hypervisor nicht auch für die 32-Bit (x86) Version? Dies hat seinen Hintergrund in der Architektur von Hyper-V, sowie auch XenServer von Citrix, welche für den Betrieb ein 64-Bit (x64) taugliches System mit der Processor Technology zur Hardware Virtualization erfordern. Die Gemeinsamkeit mit der Xen Architektur ist eigentlich auch keine Überraschung, da es zwischen Microsoft und XenSource, inzwischen durch Citrix übernommen, seit Mitte 2006 eine Vereinbarung gibt.

Hyper-V läuft also ausschliesslich mit der 64-Bit Version von Windows Server 2008 und setzt für den Betrieb eine CPU mit Intel VT beziehungsweise AMD-V Erweiterungen voraus. Wie der direkte Hardware Zugriff aussieht, lässt sich am besten mit der Architektur des Hypervisor zeigen:

Wieso es Hyper-V nicht für 32-Bit Hardware gibt

Alle Implementierungen von Hyper-V besitzen eine Parent Partition (Management OS). In dieser Parent Partition werden alle Treiber für die Child Partitions (Guest OS) bereitstellt. Sie verwaltet somit die Hyper-V Machines und enthält nebenbei auch die Hyper-V Management Console. Guest Virtual Machines laufen in den angesprochenen Child Partitions, davon gibt es zwei Typen:

  • Enlightened Child Partition
    • Hyper-V Aware Windows Operating Systems
    • Hyper-V Aware non-Windows Operating Systems
  • Unenlightened Child Partition
    • Non Hyper-V Aware Operating Systems

Virtual Machines werden mittels “Integration Services” für den Betrieb auf Hyper-V optimiert. Dieser Vorgang wird bei Microsoft als “Operating System Enlightenment” bezeichnet. Der Kernel der Child Partition wird dabei so angepasst, dass Processor und Memory Zugriffe direkt über die Hypercall-API an die physische Hardware weitergeleitet werden. Hard Disk und Network Zugriff laufen dabei über den VMBus und werden dann über die Drivers der Parent Partition an die Hardware durchgereicht. Die Hyper-V Integration Components unterstützen zudem folgende Funktionen:

  • Time synchronization
  • Volume Shadow Copy Service (VSS)
  • Heartbeat functionality
  • Guest shutdown
  • Key value pair exchange (wird benutzt um auf die Guest OS Registry zuzugreifen)
  • OS identification

Aufgrund der Hypervisor Architektur wird praktische jede moderne Hardware unterstützt. Die optimale Performance erzielt man mit Virtual Machines die wie Windows Server 2008 oder Windows Vista synthetische Treiber verwenden. Wenn ein Guest OS die neue VMBus Architektur nicht unterstützt, dann muss die VM auf Basis von Emulated anstelle der Synthetic Devices arbeiten. Welche Hardware sich am besten für Hyper-V eignet lässt sich über den Windows Server Catalog herausfinden.

Nebst der Standard, Enterprise und Datacenter Edition gibt es bei Windows Server 2008 zu beachten, dass es auch eine Version “without Hyper-V”. Diese Lizenz ist $28 günstiger kann aber nie als Hypervisor eingesetzt werden. Diese SKU gibt es seit Windows Server 2008 R2 nicht mehr.

Und was ist mit “Windows Server 2008 (x86) with Hyper-V”? Gibt es den Hypervisor nun doch auch für 32-Bit Systeme? Nein, diese Version kann nur für die Verwaltung eines Hyper-V Servers eingesetzt werden. Hyper-V gibt es aber wirklich nur als 64-Bit Version…

Weitere Informationen

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About the Author

Michel Luescher ist bei Microsoft Corporation als Architect im Center of Excellence (CoE) für Modern Datacenter tätig. Als technischer Berater fokussiert er sich auf die Planung und Umsetzung von Projekten mit dem Fokus auf Microsoft Cloud Lösungen für Datacenter im Enterprise und Service Provider Umfeld. { Hyper-V + System Center + Windows Azure = Your Cloud }.

Comments (5)

  • Andy Wendel says:

    Hi & hallo,

    darf ich die Bilder in meinem Blog verwenden?

    LG

    Andy Wendel

     
  • Wolf says:

    Hallo.

    Habe ich die Aussage des letzten Absatz so richtig verstanden?:
    Der Zusatz “… without Hyper-V (x86)” bezieht sich auf die Verwaltung von (anderen) Hyper-V Servern.

    Das hiesse, mit “Windows Server 2008 Datacenter, Enterprise and Standard (x86)” können andere Hyper-V Server verwaltet werden, während bei “Windows Server 2008 Datacenter, Enterprise and Standard withour Hyper-V (x86)” entsprechende Funktionen fehlen?

    Danke für den aufschlussreichen Beitrag, wie auch die anderen Artikel zu Hyper-V.

    Gruß

    Wolf

     
    • Michel says:

      Hi, ein WS08 w/o Hyper-V” sollte mittels RSAT einen anderen Hyper-V Server verwalten können. Wichtig, die Version “without Hyper-V” gibt es seit 2008 R2 nicht mehr. Der Artikel wurde entsprechend erweitert. Gruss, Michel

       

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