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Die neuen Profiles in System Center Virtual Machine Manager 2012

VIRTUAL MACHINE MANAGER

Bei der System Center Virtual Machine Manager Library handelt es sich um einen Ressource Katalog wo sämtliche Objekte abgelegt werden, welche zur Zeit nicht ausgeführt werden, oder keinem Host zugeordnet sind. Diese Library enthält somit auch sämtliche Dateien und Informationen welche für ein VM oder Service Template erforderlich sind, wie auch die Profile.

Bisher gab nur Profile für Hardware und Guest OS. In SCVMM 2012 wurde diese Funktion noch weiter ausgebaut. Für die Cloud Funktionalität, Hyper-V Hosts Provisioning, sowie Multi-Hypervisor Management sind weitere Profile Typen hinzugekommen:

  • Guest OS Profiles
  • Hardware Profiles
  • Neu: Capability Profiles
  • Neu: Host Profiles
  • Neu: Applications Profiles
  • Neu: SQL Profiles

Guest OS Profile

Ein Guest OS Profile ist eine Library Resource, die beim Anlegen einer Virtual Machine oder beim Deployment eines VM Template angewendet werden kann. Damit werden die häufigsten verwendeten Parameter, wie zum Beispiel des Computer- oder Domainname, beim Virtual Machine Deployment in der Form eines sysprep.inf übergeben.

Beim Service Deployment wird es dann auch möglich sein, bereits beim Anlegen einer Virtual Machine zusätzliche Roles und Features zu installieren. Somit können von einem Basis Template ohne weiteres unterschiedliche Server Typen erstellt werden. Die Auswahl an Roles und Features ist abhängig von dem ausgewählten Betriebssystem:

Hardware Profile

Ein Hardware Profile ist eine Library Resource, die beim Anlegen einer Virtual Machine oder beim Deployment eines VM Template angewendet werden kann. Damit können die Spezifikationen zu Prozessor, Memory, Netzwerkadapter, etc. definiert werden.

Direkt im Hardware Profile wurde eher kleinere Änderung vorgenommen. Die meisten Änderungen werden erst im VM Template ersichtlich. Im Zusammenspiel mit dem “Logical Network” ist es neu Möglich bereits beim Deployment eine IP Adresse zu vergeben. Auch kann zum Beispiel im Wizard den Namen des VHD File festgelegt werden. Zurück zum Hardware Profile… In SCVMM 2012 werden bereits sämtliche Funktionen von Windows Server 2008 R2 Service Pack 1 unterstützt. Bei Processor wurde der “Windows NT 4.0″, sowie auch der eher verwirrende “CPU Type” entfernt:

Nein, Hyper-V unterstützt leider noch immer “nur” 4 v-procs. Diese Einstellung in SCVMM 2012 ist nur VMware ESX und Citrix XenServer vorbehalten, wo bis zu 8 v-procs pro Virtual Machine unterstützt werden…

NEU: Capability Profiles

Die Capability Profiles werden neu dazu eingesetzt, um die zur Verfügung stehenden Resourcen zu limitieren. Dazu können diese auch auf ein Hardware Profile oder eine Cloud angewendet werden. Letzteres wird sehr intensiv für Private Cloud Szenarien benötigt. Die built-in Capability Profiles repräsentieren die Minimum und Maximum Werte welche für die ausgewählte Plattform (Hyper-V, VMware ESX, XenServer) pro Virtual Machine supported werden.

NEU: Host Profiles

Das Host Profile ist eigentlich eine Art Kombination aus Hardware und Guest OS Profile. Allerdings wird dies für physikalische Server und nicht Virtual Machines eingesetzt. Darin werden die folgenden Kriterien für die Hyper-V Hosts definiert:

  • General
    • Host Profile Name und Beschreibung
    • VHD File mit Windows Server 2008 R2. Die Hyper-V Role wird automatisch aktiviert
  • Hardware Settings
    • Management Network Adapter mit dynamischer (DHCP) oder statischer IP
    • Disk Partitionierung (MBR, GPT) inklusive Sizing und Labeling
    • Driver Management Plug & Play (PnP) IDs oder eigenes Tagging für (Filter)Driver
  • OS Settings
    • Informationen zu Domain, Local Administrator, Product Key und Zeitzone
    • Eigene GUIRunOnce Commands / Scripts
  • Host Settings
    • Hyper-V Einstellung für VM Placement

Wie aus der Konfiguration entnommen werden kann, wird für das Bare Metal Deployment von Hyper-V das Boot von VHD Szenario gewählt. Weitere Informationen zum Ablauf des OS Deployment gibt es hier direkt von Greg Cusanza, dem entsprechenden SCVMM Program Manager.

NEU: Application Profiles

Die Application Profile sind ein wichtiger Bestandteil des Service Deployment in SCVMM 2012. Dies ermöglicht das Installieren von Microsoft Server App-V, Microsoft Web Deploy und Microsoft SQL DAC Applikationen sowie das ausführen von Script wenn eine neue Virtual Machine deployed wird.

Zum Beispiel kann ein Applikations-Entwickler diese Profiles nutzen um eine Virtual Machine mit den Anforderungen seiner Applikation auszustatten. Mittels diversen Pre- und Post-Scripts lassen sich zuvor installierte Roles, wie zum Beispiel ein DNS Server mit dnscmd.exe, entsprechend konfigurieren.

NEU: SQL Profiles

Die SQL Profiles funktionieren sehr ähnlich wie die zuvor beschriebenen Application Profiles. Diese ermöglichen die automatische Installation von SQL Server Instanzen. Auch diese Funktion wird speziell beim neuen “Service Deployment” sehr hilfreich sein.

NEU: Dependencies

Bei “Dependencies” handelt es sich nicht direkt um ein neues Feature, aber doch um eine sehr hilfreiche Funktion. Dabei werden verlinkte Objekte wie Profiles, VHDs, Templates, etc. bereits im Objekt selbst ausgewiesen. Somit kann jederzeit im Tab “Dependencies” geprüft werden, welchen Einfluss die Änderung haben wird.

Ein kleines Fazit; mit all diesen Änderungen werden in SCVMM 2012 die Möglichkeiten für VM und Service Deployment massiv ausgebaut.

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About the Author

Michel Luescher ist bei Microsoft Corporation als Solution Architect im Center of Excellence (CoE) für Datacenter & Cloud Infrastructure tätig. Michel ist Speaker und Blogger rund um das Thema Microsoft Cloud und bei Microsoft zudem Subject Matter Expert (SME) für Hyper-V + System Center Virtual Machine Manager.

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