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Hyper-V und der Legacy Network Adapter

HYPER-V

Hyper-V kennt zwei Typen von Virtual Network Adapter, (Synthetic) Network Adapter und Legacy Network Adapter. Doch was sind die Unterschiede? Und wann sollte welcher Adapter am Besten verwendet werden?

Der Synthetic Network Adapter wurden speziell für Hyper-V ausgelegt und optimiert für Betriebssysteme welche die Integration Services installiert haben, sprich die Hyper-V Treiber. Diese erforderlichen Treiber sind in Windows und Windows Server bereits enthalten, können aber auch nachträglich installiert respektive bei älteren Windows Versionen aktualisiert werden. Eine Liste der unterstützten Operating Systems kann bei TechNet aufgerufen werden:

Der mit “Legacy” bezeichnete Network Adapter funktioniert auch ohne Hyper-V Integration Services. Hierbei wird ein richtiger physikalischer Network Adapter, eine Multiport Digital Equipment Corporation (DEC) 21140 10/100TX 100 Mbit/s, emuliert. Dieser Treiber ist bei den sämtlichen (gängigen) Windows Betriebssystem enthalten.

Diesen Adapter gibt es aus zwei guten Gründen: Einerseits für die Unterstützung von PXE Boot für Virtual Machines, und anderseits um Betriebssysteme ohne Integration Services, welche zum Beispiel nicht offiziell (oder nicht mehr) unterstützt werden, dennoch eine Möglichkeit einer Netzweranbindung zu bieten.

Emulierte Network Adapter müssen allerdings über den Worker Process der Virtual Machine verarbeitet werden, also in der Parent Partition (Host). Das heisst, dass im Vergleich zu einem Synthetic Network Adapter, welcher den VMBus verwendet, weniger Performance zur Verfügung steht (Guest) zur Verfügung steht und gleichzeitig der Overhead (Host) steigt.

Die nachfolgende Tabelle fasst die wichtigsten Daten nochmals zusammen:

Legacy Synthetic
PXE Boot Ja Nein
Speed 100 MBit/s Physical NIC
Integration Services Nicht erforderlich Erforderlich
# Network Adapters 4 8

Und was ist der Standard?

In Hyper-V wird als Standard der Synthetic Network Adapter verwendet wenn eine neue Virtual Machine erstellt wird. Im Gegensatz zu Hyper-V verwendet System Center Virtual Machine Manager jeweils den Legacy Network Adapter als Standard, dort wird dieser allerdings als Emulated Network Adapter bezeichnet. Um dies zu ändern kann einfach ein eigenes Hardware Profile erstellt, respektive das VM Template angepasst werden.

Nun gibt es auch Szenarien wo beide Network Adapter gleichzeitig eingesetzt werden. Zum Beispiel beim Citrix Provisioning Server:

  • Legacy Network Adapter: PXE Boot und OS Streaming Traffic;
  • Synthetic Network Adapter: Client Traffic;

Fazit, wenn immer möglich sollte ein Synthetic Network Adapter eingesetzt werden. Dies wird auch im Hyper-V Best Practice Analyzer , wie auch in der Hyper-V Management Console selbst empfohlen.

Weitere Informationen

Hyper-V , SCVMM

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About the Author

Michel Luescher ist bei Microsoft Corporation als Architect im Center of Excellence (CoE) für Modern Datacenter tätig. Als technischer Berater fokussiert er sich auf die Planung und Umsetzung von Projekten mit dem Fokus auf Microsoft Cloud Lösungen für Datacenter im Enterprise und Service Provider Umfeld. { Hyper-V + System Center + Windows Azure = Your Cloud }.

Comments (2)

  • D.Schroff says:

    “Fazit, wenn immer möglich sollte ein Synthetic Network Adapter eingesetzt werden.”
    Dazu muss man unter vielen Linux Systemen dafür sorgen, dass die passenden Kernel-Module (Treiber) vorhanden sind.
    Für die Netzwerkkarten ist das Module hv_netvsc nötig. In vielen Distribution ist das im Standard-Kernel vorhanden, muss aber noch in die Init-Ramdisk hinzugefügt werden ( echo –e “hv_vmbus\nhv_storvsc\nhv_blkvsc\nhv_netvsc” >> /etc/initramfs-tools/modules && update-initramfs –u –k KERNELVERSION).
    Ansonsten muss ein eigener Kernel erstellt werden:
    http://dietrichschroff.blogspot.de/2013/03/hyper-v-compile-linux-kernel-with.html

     

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