Teaming von Netzwerkkarten ist ein häufiges Thema bei Server Virtualisierung mit Hyper-V. Microsoft selbst stellt keine entsprechende Software zur Verfügung, dies wird durch die Hersteller der Netzwerkkarten übernommen. Dies wird auch so im Support KB 968703 von Microsoft entsprechend kommuniziert:
Since Network Adapter Teaming is only provided by Hardware Vendors, Microsoft does not provide any support for this technology thru Microsoft Product Support Services.
Allerdings gab es mit den bisherigen Software Versionen für NIC-Teaming in Zusammenhang mit Hyper-V ziemlich viele Hindernisse, diverse Probleme mit VLAN Tagging, fehlendem Cluster Support, etc. Die Hardware Hersteller haben inzwischen ihre Software aktualisiert, damit nun auch Hyper-V mit und ohne Failover Cluster entsprechende damit umgehen kann:
- Broadcom: 12.30.03 und neuer
- HP: 9.35 und neuer
- Intel: 14.5 und neuer
- …
Sollte der Server Hersteller noch keine aktuelle Version bereitstellen, kann auch auf ein Treiber des Netzwerkkarten Herstellers zurückgegriffen werden.
Installation
Die Reihenfolge der Installation ist sehr wichtig bei Teaming mit Hyper-V. Zunächst sollten die Angaben des Herstellers befolgt werden. Bei HP Server sieht dies zum Beispiel wie folgt aus:
- BIOS und Firmware aktualisieren
- Windows Server aufsetzen
- HP ProLiant Support Pack (PSP) installieren, jedoch ohne HP Network Configuration Utility (NCU)
- Server neu starten
- Hyper-V Rolle installieren
- Server Core:
start /w ocsetup Microsoft-Hyper-V - GUI:
PS> Add-WindowsFeature Hyper-V
- Server Core:
- Server neu starten
- Zusätzliche Software für HBA, DSM, Management Tools installieren
- HP Network Configuration Utility (NCU) installieren
- Server neu starten
Teaming
Nun können die Netzwerkkarten in einem Team zusammengefasst werden. Bei Server Core muss dazu das Control Panel “hpteam.cpl” aufgerufen werden. Dieses befindet sich unter “%ProgramFiles%\HP\NCU\”
Damit bei den vielen NICs die Übersicht behalten werden kann, empfiehlt sich eine entsprechende eindeutige Bezeichnung für den physikalische und virtuelle Netzwerkkarte zu verwenden. Dies kann übrigens auch mittels “netsh” bei Server Core durchgeführt werden: netsh interface>set interface newname="Management"
Bei einer Konfiguration von Hyper-V in einem Cluster, kann nun der Server als neuer Nodem dem Failover Cluster hinzugefügt werden.
Mit dem Command-Line Tool “%ProgramFiles%\HP\NCU\cqniccmd.exe” kann ein XML File erstellt werden, damit die Konfiguration automatisiert werden kann. Dieses Tool muss allerdings lokal auf dem Server ausgeführt werden:
- Export der Konfiguration:
cqniccmd /S c:\HP\teamcfg.xml - Import der Konfiguration:
cqniccmd /C c:\HP\teamcfg.xml
Eine ausführliche Anleitung stellt HP als PDF zur Verfügung: HP ProLiant Network Adapter Scripting Utility User Guide
Hyper-V Virtual Network Switch
Die Konfiguration der Netzwerke für Hyper-V kann nun wie gehabt vorgenommen werden. Einziger Unterschied, ein Virtual Network Switch wird mit dem zuvor angelegten Team Netzwerk Adapter konfiguriert. Um Probleme zu vermeiden, sollte beim Anlegen von Virtual Network Switches darauf geachtet werden, dass nicht über die Netzwerkkarte verbunden wird an welcher die Konfiguration geändert wird. Somit verfügen die Virtual Machines auch bei einem Ausfall einer Netzwerkkarte über eine Netzwerkverbindung.
Weitere Informationen
- Server Talk: How-To: Hyper-V mit Windows Server Core 2008e
- Server Talk: Nachfolger von ServerManagerCMD
- Microsoft Support KB 254101: Network adapter teaming and server clustering
- HP: Using HP ProLiant Network Teaming Software with Microsoft Windows Server 2008 Hyper


