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Windows Failover Cluster mit Hyper-V

FAILOVER CLUSTER

Vor einigen Wochen wurde hier ein Artikel zu Failover Cluster mit VMware publiziert. Natürlich darf dann auch ein Artikel zu Failover Cluster mit Hyper-V nicht fehlen. Die Konfiguration von Guest Clustering ist auch bei Hyper-V möglich. Allerdings gilt es die Support Policy für das jeweilige Operating System zu prüfen und die Limitierungen zu beachten. Im nachfolgenden Artikel wird nun detaillierter auf den Support der einzelnen Windows Server Versionen in einer Cluster Konfiguration eingegangen.

Windows NT Server 4.0 / Windows 2000 Server / Windows Server 2003

Microsoft supported keinen virtuellen Failover Cluster (MSCS) auf Basis dieser Windows Server Version.

Windows Server 2008 und 2008 R2

Microsoft hat die Support Policy für Failover Cluster in Windows Server 2008 radikal geändert um zukünftig flexibler zu sein. Damit eine Failover Cluster Konfiguration durch Microsoft supported wird, müssen sämtliche Komponenten über ein Windows Server Logo verfügen und neu die Cluster Validierung (Validate a Configuration…) erfolgreich ohne Fehler bestehen. Die Konfiguration von Windows Server 2008 und auch 2008 R2 als Guest Failover Cluster ist grundsätzlich supported. Die vollständige Support Policy wird bei Microsoft TechNet beschrieben – hier sollte dem Abschnitt “Virtualized Servers” spezielle Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Hinweise zu Hyper-V

Nebst den bereits erwähnten TechNet und Knowledge Base Artikeln sollten auch die Policies für die jeweilige Applikation auf zusätzliche Hinweise und Limitationen geprüft werden. Nachfolgend wird das wichtigste (Stand Juli 2010) für Hyper-V zusammengefasst:

  • Wird ein virtueller Cluster Node mittels Quick Migration auf einen anderen Hyper-V Host verschoben, so führt dies zu einem Unterbruch des Heartbeats. Dies hat zur Folge, dass ein Failover der Virtual Machine initiiert wird.
  • Grundsätzlich wird Live Migration für Virtual Machines, welche Bestandteil eines Guest Failover Cluster sind, supportet. Allerdings sollte die Toleranz für Heartbeat (“SameSubnetThreshold” und “SameSubnetDelay”) angepasst werden.
  • Die Guest Failover Cluster Nodes sollten nicht auf demselben Host betrieben werden. Dazu kann in einem Failover Cluster das “AntiAffinityClassNames” konfiguriert werden. Damit wird sichergestellt dass Cluster Ressourcen, in diesem Fall Virtual Machines, nicht auf dem gleichen Cluster Node (Hyper-V Host) betrieben werden. Diese können über die Command Prompt konfiguriert werden, zum Beispiel:
    • cluster.exe group “MyServer1″ /prop AntiAffinityClassNames=”MyClassToBlock”
    • cluster.exe group “MyServer2″ /prop AntiAffinityClassNames=”MyClassToBlock”
  • Von der Virtual Machine kann Shared Storage nur über den Microsoft iSCSI Software Initiator angesprochen werden. Ein Fiber Channel LUN kann in Hyper-V nicht als Shared Storage Konfiguriert werden.

Speziell zum letzten Punkt noch eine detailliertere Erläuterung – Das Schlüsselwort ist “Shared Storage”. Es gibt viele Cluster Konstellationen welche kein Shared Storage voraussetzen, wie zum Beispiel Exchange Server 2010. Dort ist auch eine Anbindung per Pass-through möglich, die dann auf beliebig an den Host angebundene LUNs (iSCSI, FC, FCOE) zugreifen kann. Für Exchange Server wird dies in einem Microsoft TechNet Artikel detailliert beschrieben. Danke an Nils Kaczenski für den Hinweis.

Per September 2010 kann folgende Support Matrix für virtuelle Failover Cluster auf Basis von Hyper-V erstellt werden:

Guest OS Windows Server 2008 Windows Server 2008 R2
Windows NT Server 4.0 Nein Nein
Windows 2000 Server Nein Nein
Windows Server 2003 Nein Nein
Windows Server 2008 Ja Ja
Windows Server 2008 R2 Ja Ja

Server Virtualization Validation Program (SVVP)

Ein inzwischen wichtiger Bestandteil des Windows Server Catalog ist das bereits angekündigte Server Virtualization Validation Program, oder kurz SVVP. Der verfügbare “Support Policy Wizard” erlaubt es im Voraus die geplante Konfiguration zu prüfen und ist ein “Muss” für jede Installation. Es ist also von grosser Wichtigkeit, nicht nur auf die Windows Support Policy zu achten, sondern auch jene der Applikation welche zukünftig im Guest Failover Cluster betrieben werden soll. Auch non-Microsoft Hypervisor können hier ausgewählt werden.

Nebst dem Support Statement (Supportet / not Supported) werden auch zusätzliche Details bereitgestellt und direkt auf die entsprechende Information verlinkt:

Weitere Informationen

Failover Cluster , Hyper-V , Windows Server

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About the Author

Michel Luescher is a solution architect in the worldwide Datacenter & Cloud Infrastructure Center of Excellence (CoE) at Microsoft Corporation based out of Zurich, Switzerland. Primarily, Michel is focused on hybrid cloud solutions (Hyper-V, System Center and Microsoft Azure). In addition Michel is speaker, blogger and author of several books.

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